Impulse, Reflexionen, Ausblicke

"Meinem Pferd geht's ja gut": Das große Missverständnis Offenstall

Inzwischen hat es sich herum gesprochen und sogar immer mehr klassische Reitställe unternehmen Versuche, die Boxenhaft aufzulösen: Pferde können dann am ehesten Pferd sein, wenn sie frischen Wind um die Nase, Kontakt zu Artgenossen - im Idealfall in der Herde - und Weidegang haben. Alleine wegen ihres hohen Vitamin D3-Bedarfs sollten Pferde so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen können; zudem sind und bleiben es Herdentiere, für die die Herde Sicherheit bedeutet und Sinn gibt. Die Kommunikation und Interaktion mit anderen Pferden steigert ihre Ausgeglichenheit und ihr Wohlbefinden enorm, wovon wir Reiter wiederum profitieren.

Doch leider wird das Offenstallkonzept immer öfter missverstanden, indem die Pferdehalter sich durch die Marke Offenstall aus ihrer Verantwortung, sich aktiv um die Bewegung und Beschäftigung ihre Tieres zu kümmern, befreit fühlen. So kann ein Pferd, dass tagein, tagaus mit nur einem Kumpel ... mehr

Darf ein Pferd unterm Reiter "einfach so" stehen bleiben?

In vielen Reitlehren gilt immer noch die Maxime: Der Reiter entscheidet, wann das Pferd stehen bleibt, und hat unverzüglich zu reagieren, wenn es unterwegs " grundlos" anhält. In meinen Augen ist dies eine Einstellung, die nicht nur kurzsichtig anmutet, sondern das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Pferd massiv beeinträchtigen kann.

Aus meiner Sicht gibt es zu der obigen Frage nur eine Antwort: Ja. Ja, das Pferd darf stehen bleiben - und zwar dann, wenn es aus seiner Warte sinnvoll, wenn nicht sogar überlebensnotwendig ist, und das Stehenbleiben dem Vertrauen zwischen Tier und Mensch dient.  ... mehr

Minenfeld Stallgemeinschaft - warum eine klare Führung der menschlichen "Einsteller-Herde" dient

Wer sich mit der Dominanzfrage auseinandersetzt, tut gut daran, auch einen Blick auf die "menschliche Herde" des Stalls zu werfen. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil die Pferde es uns oft spiegeln, wenn das Klima im Stall gestört ist. Je stärker die Zickereien und Lästereien unter den Menschen ausfallen, desto sensibler reagieren ihre Pferde darauf. Schließlich spüren sie ganz genau, dass bei ihrem Besitzer Spannungen auftauchen, sobald sie den Stall betreten, und sie oft sogar unterschwellig Angst mit sich herumschleppen. Beides überträgt sich automatisch auf den Pferderücken.  ... mehr